Mutmachleute e.V. hatte das irgendwo geschrieben gehabt, und daraufhin gingen meine Gedanken weit zurück, durch die Generationen, wie ich sie kennengelernt hatte.
Das war die Generation, die den Krieg miterlebt hatte, und das Land wieder aufgebaut hatten, Dann, die Generation danach, die hauptsächlich nur an Familie und ans Geld verdienen dachte, und Gefühle so gut wie nicht ausgelebt hatte. Danach dann meine Generation, jemand nannte uns „Generation X“ und jemand anders „Die Zweifler“. Und nun also „Generation Depression“?
Klingt so gesehen irgendwie logisch.
Ja, Mutmachleute. Hatte mich quasi virtuell in diese Gruppe eingefügt. Wir sind ja so gesehen eine Community, am Rande der Gesellschaft, und da gehören wir aber nicht hin. Wir haben die Schwierigkeit, dass wir uns meist lange selbst nicht verstehen, und die Gesellschaft ist mit „Geld verdienen und anhäufen“ beschäftigt, und wir kosten welches, in der Regel, und daher ist da schon ein Konflikt vorprogrammiert.
Nun gut, ich hatte geschrieben, in meinem Beitrag auf Mutmachleute, manchmal ist der einzige Weg, der Rückzug, keine Flucht, um Kräfte zu sammeln und sich neu zu orientieren, und dann gegebenenfalls neu zu starten. Und an einem solchen Punkt befinde ich mich gerade. So gut wie alle Verbindungen sind zurzeit gekappt, zumindest ausgesetzt, Telefonnummern und WhatsApp deaktiviert, bestimmte, unumgängliche Konversationen aussortiert, und nur außerhalb meiner Wohnung beachtet, zu nichts zwingen, höchstens korrigieren, was nicht heißt dass ich mich gehen lasse, sondern wirklich, ausdrücklich, sammeln und vorbereiten. Da kommt mir dieses Jahr in den Sinn, als ich endgültig zu Rauchen aufgehört hatte, nach ziemlich genau zwei Jahrzehnten und einigen Versuchen. Das ging auch nicht spontan. Da musste sich eine Menge Unzufriedenheit ansammeln, viel Vorbereitung, wenn auch hauptsächlich ziemlich unbewusst, doch in den zwei Wochen davor, dann auch ziemlich konkret, die Schritte aufs Loslassen dieser Sucht.
Nun, so ähnlich ist es nun. Unzufriedenheit, sogar (zielgerichtete) Wut und insbesondere Frustration in Bezug auf Dinge, wie meine Beziehungsfähigkeit. Und der Weg bis hierhin war lang, sehr lang.
Ich finde, die Metapher „Steine im Weg“ nicht zutreffend, auf die Situation bei mir, und vielleicht bei vielen psychisch Angeschlagenen. Da passt besser, „Gefüllte Ballons“. Und wir investieren viel Zeit, mit einem Weg hindurch, und viele verbringen kurze Zeit damit, diese in der Art aus dem Weg zu räumen, in dem sie diese zum platzen bringen, okay… oder wie in meinem Fall, dann vielleicht auch am Knoten herumspielen, bis dieser sich öffnen lässt, und der Inhalt gemäßigt bis kontrolliert abgelassen werden kann. Dauert natürlich länger, aber man kann dann unbeschwert hin und her, und vor und zurück gehen. Sehr angenehm auf Dauer. Doch die Frage, was dann Sinn für andere macht, ist so natürlich auch nicht beantwortet, das war nur eine Schilderung meiner Verfahrensweise.